Das neue Hexenbuch

Eine Hexe ist im Volksglauben eine mit Zauberkräften ausgestattete, meist weibliche, heil- oder unheilbringende Person, die im Rahmen der Christianisierung häufig mit Dämonen oder dem Teufel im Bunde geglaubt wurde.

Hexenglaube und Hexenkult reichen zurück bis in die Antike. In Europa wurde das "Hexenverständnis" vor allem im Mittelalter (ab etwa 1400) von den Herrschenden, insbesondere aber von der Kirche aus Machtzwecken benutzt.

Zu den Merkmalen einer Hexe gehörten laut der Hexenlehre der frühneuzeitlichen Hexentheoretiker:

  • der Hexenflug auf Stöcken, Tieren, Dämonen oder mit Hilfe von Flugsalben
  • Treffen mit dem Teufel und anderen Hexen auf dem sogenannten Hexensabbat
  • der Pakt mit dem Teufel
  • der Geschlechtsverkehr mit dem Teufel (in Gestalt von incubus und succubus, der sogenannten Teufelsbuhlschaft) und
  • der Schadenszauber

In Wahrheit handelt es sich bei den in jener Zeit der Hexerei beschuldigten Frauen vielfach um solche, die für damalige Verhältnisse außerordentlich gebildet und weise waren, meist über naturheilkundliches Wissen verfügten, sich als Heilerinnen, als Hebammen oder veteriärmedizinisch betätigt hatten und denen unterstellt wurde, sie stünden mit dem Teufel im Bunde.
 

Seitens der Kirche glaubte man gar,  dass die gesamte Existenz des Christentums durch diese „Hexensekte“ bedroht sei. Mit ein Grund dafür war die kirchliche Erbsündenlehre. Sie legte nahe, dass Frauen besonders empfänglich für die Einflüsterungen des Teufels seien. Es wurde behauptet, Frauen seien von Natur aus schlecht, und die wenigen guten Frauen seien schwach und den Verführungen des Teufels leichter ausgeliefert; gerade in ihrer Funktion als Hebamme kämen sie mit schlechten Säften in Verbindung, die sie verderben und für die Verführung des Teufels anfällig machten.
 

Etwas später entstand kirchlicherseits ein Neuverständnis der Hexen. Nicht mehr der Schaden, den die Hexen anrichten, war ihr entscheidendes Merkmal, sondern der Abfall vom Glauben und der damit verbundenen Zuwendung zum Teufel. Nunmehr bildeten sie eine geistliche Gefahr; die Kirche ging gegen ihre abtrünnigen Gläubigen, nach den Grundsätzen des Augustinus von Hippo, mit Zwang und Feuer für ihre Seelenrettung vor.
 

Die Hexenverfolgungen konzentrierten sich hauptsächlich auf das Territorium des Heiligen Römischen Reiches, England, die Schweiz, die Niederlande, Lothringen, Schottland und Polen. Historiker führen diese Tatsache auf die relativ schwache Position der Zentralgewalt in diesen Ländern zurück. Spanien, Portugal und Italien blieben vom Phänomen der Hexenverfolgung weitgehend verschont. Einzelfälle sind auch in den amerikanischen Kolonien (Hexenprozesse von Salem) und für Finnland dokumentiert. Im 17. Jahrhundert wurden in der Finnmark fast 140 Hexenprozesse durchgeführt, der erste 1601.
 

Dieses Buch gibt einen Abriss zum alten und Einblick in einen neuen Hexenkult. Aufgeführt ist darin auch eine Vielzahl angeblich praktizierter Hexen-Rituale.
 

Heute wissen wir, dass dem Hexenkult von einst vieles angedichtet wurde und der "Hexerei" mit einem neuen Geschichts- und Sinn-Verständnis zu begegnen ist. Wie aber wird man "bekennende Hexen" der Jetzt-Zeit wohl in einigen hundert Jahren bewerten?

Interessant und spannend ist die vorliegende Publikation aber allemal - doch Vorsicht, dieses Thema kann (vor allem Geschichts-Interessierte) süchtig machen.

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Diesen Artikel haben wir am Freitag, 01. August 2014 in unseren Katalog aufgenommen.

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